Beckenboden

Funktionsstörungen im Beckenboden

Funktionsstörungen im Beckenboden sind leider ein gesellschaftliches Tabuthema, über das nicht gerne gesprochen wird. Dennoch sind laut der WHO bis zu 30% der Frauen, die geboren haben und unter 45 Jahre alt sind, von einer Senkung des Beckenbodens und/ oder der Beckenorgane betroffen. Während eine geringgradige Senkung meist symptomlos sein kann, treten je nach Schweregrad Blasenprobleme, Inkontinenz (Urin / Stuhl), Schmerzen im Beckenbereich und sexuelle Dysfunktionen auf.

Allein in Deutschland leiden geschätzt etwa 4% der Bevölkerung (ca. 3 Millionen Betroffene) an einer Form der Harninkontinenz und etwa 5% (ca. 4 Millionen Betroffene) unter verschiedenen Schweregraden von Stuhlinkontinenz. Die Dunkelziffer wird aufgrund dieses schambehafteten Themas weitaus höher geschätzt.

Sie sind also nicht allein!

Die gute Nachricht lautet, dass ein gezieltes Beckenbodentraining in Kombination mit einer Anpassung des Alltags sowie Hilfsmittelberatung und Tipps zur Ernährung und zum Toilettenverhalten viel bewirken kann. Ihre Wahrnehmung wird geschult und Sie bekommen Informationen an die Hand.

Beckenbodentraining ist eine selbstbestimmte Möglichkeit, um Beschwerdebilder zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern. Ob rein zur Vorbeugung, nach einer Geburt, bei bestehenden Symptomen oder vor einer geplanten OP.


Die Funktion des weiblichen Beckenbodens ist sehr vielfältig:

  • Er stützt die inneren Organe
  • Er ist an der Entleerung und an der Geburt beteiligt, indem er sich öffnet
  • Er ist an der Kontinenz beteiligt, indem er sich schließt
  • Er hat eine tragende Rolle während der Schwangerschaft
  • Er unterstützt die Sexualität
  • Er stabilisiert das Becken in Gang und Stand

Damit der Beckenboden optimal arbeiten kann, benötigt er nicht nur Kraft. Neben einer guten Wahrnehmung und Ansteuerung benötigt er auch eine gute Funktion der Bauchdecke, eine gute Atemkoordination und Körperhaltung.


Wann ist Beckenbodentherapie sinnvoll?

  • Präventiv vor der Geburt
  • Nach der Geburt (Geburtsverletzungen, Wochenbett, Rückbildungsphase)
  • Präventiv vor einer OP
  • Bei Inkontinenz (Blase / Darm) durch Husten & Niesen
  • Bei Geburtsverletzungen (Dammriss, Scheidenriss, …)
  • Bei sexuellen Beschwerden (z.B. Schmerzen bei Geschlechtsverkehr, …)
  • Bei Schmerzen am Becken / Beckenboden
  • Bei erhöhtem Harn- oder Stuhldrang
  • Bei Schweregefühl oder Fremdkörpergefühl
  • Bei Rektusdistasen

Selbsteinschätzung – Setzen Sie sich mit dem Thema auseinander

Sie haben den Verdacht, dass Ihr Beckenboden nicht richtig funktioniert?
Vielleicht leiden Sie an häufigem Harn- oder Stuhldrang, Schweregefühl oder unfreiwilligem Abgang von Urin, Stuhl oder Winden bei Husten, Lachen oder beim Sport? Sie planen Ihre Einkäufe nach der Lokalisation der öffentlichen Toiletten oder leiden unter Schmerzen beim Geschlechtsverkehr?

Ich stelle Ihnen zwei Fragebögen und ein Protokoll zur Verfügung, die Ihnen helfen sollen, sich mit Ihrer Symptomatik auseinanderzusetzen.

Ein Miktionsprotokoll ist sozusagen ein Tagebuch für die Entleerung der Blase. Es sollte über mindestens zwei Tage geführt werden. Sie benötigen dafür einen Messbecher im Bad und einen, mit dem Sie Ihre jeweilige Trinkmenge messen. Dokumentiert werden

  • die Trinkmenge, die Art des Getränks und die Urzeit
  • die Urinmenge
  • die Stärke des Dranggefühls
  • Unfreiwilliger Urinverlust

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